Ungdomshuset - Solidaritätserklärung
Am 1. März wurde in Kopenhagen das Ungdomshuset (deutsch: “Jugendhaus”) gewaltsam von der dänischen Polizei geräumt.
Näheres zu diesem Haus siehe Ungdomshuset(wikipedia).
Das Haus wurde ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Hier fanden nicht unbedeutende Treffen der Arbeiterbewegung statt.
Na ja - irgendwann stand es leer, und 1982 wurde es besetzt.
Die Nutzer des Hauses konnten sich mit der Stadt Kopenhagen darauf einigen, dass sie das Haus nutzen können und dass die Stadt das Haus nicht verkaufen würde.
Genau das geschah aber in den späten 90ern.
Eine Aktiengesellschaft “Human A/S” erwarb das Haus.
Die Sekte Faderhuset (deutsch: “Vaterhaus”) wiederum kaufte die Aktienmehrheit an Human A/S und wurde somit Eigentümer des Ungdomshuset.
Sie wollen da irgend son christliches Zentrum draus machen.
Nachdem es jahrelang Streitigkeiten gab, wurde das Ungdomshuset am 1. März von der Polizei geräumt - nun beginnen die Abrißarbeiten.
(aktuelle Meldungen finden sich unter anderm auf dem deutschsprachigen Ungdomshuset-Blog
Tolle Wurst….
Ich als Bewohner der HM26 erkläre hiermit meine Solidarität mit den (Ex-)Nutzern des Ungdomshuset.
Ich verurteile sowohl das Verhalten der Sekte Faderhuset als auch die Durchsetzung der Räumung durch den Staat Dänemark.
Ich verurteile des weiteren jegliche staatliche Repression - nicht nur in Bezug auf Dänemark, sondern weltweit - nicht nur in Bezug auf das Ungdomshuset sondern in Bezug auf sämtliche Freiräume - nicht nur in Bezug auf Freiräume sondern überhaupt und generell!
Freiräume verteidigen! Sekten zum Teufel jagen! (s.a. 1. Kor 5,5)
Ya Basta - es reicht!
Wer Wind sät wird Sturm ernten!
Wer mag kann hierzu gerne seinen Senf loswerden … oder/und seine/ihre Solidarität bekunden


March 5th, 2007 at 14:30
genau meine meinung,frei nach karl marx: proletarier (man könnte um es in die neue sprache zu übersetzen auch sagen :arbeitnehmer,arbeitslose,sozial benachteiligte ,geringverdiener……)vereinigt euch ! (und lasst euch nicht mehr die butter vom brot nehmen)
March 6th, 2007 at 08:25
Hey Micha, du nimmst mir die worte aus dem mund (und den artikel auf hm26 vorweg, den ich heut schreiben wollte) … wenn ich darüber nachdenke WASda grad in Kopenhagen abgeht (und das tue ich im Augenblick sehr oft) dann muss ich fast heulen ob der Wut und Ungerechtigkeit und Ohnmacht die in mir aufsteigt.
Meine uneingeschränkte Solidarität mit Ungdomshuset … lasst uns nie aufhören zu kämpfen !
March 6th, 2007 at 10:40
siehe auch www.schraubereien.de …. hübsche diskussion unter der Erklärung…
March 6th, 2007 at 19:56
Vieleicht hätte die JF-AG Anteile am Haus erwerben können oder die Punk-International-AG
. Naja aber Gewalt ist auch kein Lösung.
Bei Straßenschlachten und gewaltätigen Angriffen auf Polizisten kann ich meine uneingeschränkte Solidarität nicht erklären.
March 6th, 2007 at 23:07
Nun - dass die Leute nich einfach sagen “ok, wir lassen uns ma eben räumen und wir geben Ruhe und gut ist” war doch absehbar.
Schon mal das Wort “Ohnmacht” gehört?
Ich lehne Gewalt ab - insbesondere Staatsgewalt.
March 7th, 2007 at 11:52
wie wärs mit nem kleinen wochenend-erlebnis-ausflug gen norden?
March 7th, 2007 at 13:33
@Ronny … wenn Gewalt als Argument angeführt wird, um zu definieren welche Handlungen nicht vertretbar sind, sollte aber zum einen definiert werden, wo Gewalt anfängt (bspw. würde ich die verachtende Rolle der christlichen Sekte oder Gemeinschaft und die entsprechenden Aktionen der Stadt bereits als gewalttätig bezeichnen) und zum anderen sollte betrachtet werden welchen Seiten noch Gewalt anwenden bzw. was Aktion und was Reaktion ist … und die Polizei hat oft genug bewiesen,dass sie diesbezüglich nicht zimperlich ist.
March 9th, 2007 at 09:54
Es gibt natürlich nicht “die Polizei” - es gibt verschiedene Menschen, darunter Familienväter und junge Polizisten die vielleicht nicht viel älter, als manche der Einwohner dieser Komune sind. Wenn in Dänemark solche Krawalle passieren, unterscheidet sich das nicht groß von dem was Hooligans vor kurzen in Leipzig veranstaltet haben. Immerhin wurde in Dänemark nicht lang gefackelt und die Randalierer in ihre Schranken gewiesen.
Wenn man etwas erreichen will, muß man da auf der politischen Ebene arbeiten, die Wut an den Polizisten auszulassen finde ich primitiv und rücksichtslos. So etwas kann man auch nicht als Notwehr bezeichen. Im übrigen wäre ich vorsichtig zu irgendetwas meine “uneingeschränkte” Solidarität zu erklären, auch nicht zum Staat oder zur Polizei.
March 9th, 2007 at 10:14
der letzte Beitrag war von mir
March 9th, 2007 at 17:19
dann arbeite mal auf der politischen ebene…tsss…als ich das vor nicht allzulanger zeit versuchte,und dem ordnungsamt ne mail schrieb,in der ich erklärte,dass ich es ne frechheit finde,das vorm arbeitsamt strafzettel verteilt werden(man darf da nur 2h parken,wer schonmal da war weiss,das man schon am ersten zimmer bis zu 2,5h steht bis man weiterverwiesen wird) und die “soziale stadt” ihren sozial benachteiligten bzw -schlechter gestellten bürgern das geld aus der tasche zieht.
ich forderte dazu auf,die parkordnung da zu verändern bzw zumindest keine politessen mehr dahin auszusenden( 5€bei überschreitung der parkzeit=50%von dem,was ein hartzi am tag zu verfügung hat).
die antwort nach cirka 6 wochen war dann,dass man meinen unmut ja durchaus versteht,aber nichts dagegen tun könne,ausser die mail an die entsprechende stelle weiterzuleiten(blabla).desweiteren werde man nicht davon absehen,weiterhin politessen zum a-amt zu schicken. “mit freundlichen grüßen verbunden mit der hoffnung ihnen geholfen zu haben…i.A. xxx” merci!
klar kann man sagen,dass die polizei nur ihren job macht und den kopf hinhält…aber sie halten ihn nunmal hin…für den staat,das system und die herrschende ordnung.. ich würd auch gerne dem herrn merkel persönlich vor die haustür kacken und den herrn hartz sein geld vom amt holen lassen,aber dafür hab ich keine ausreichenden befugnisse bzw zuviele polizisten im weg
March 9th, 2007 at 17:26
das als kleines beispiel…n größeres war,als in berlin eine fraktion unserer gemeinde mit über 500.000 gegen sozialabbau und hartz4 demonstrierte,hat es keinen schwanz in regierungskreisen(ausser der pds und gewerkschaften,die die busse stellten mit denen es dahinging) interessiert.
aus angst wird erst wut und dann widerstand..und wenn friedlicher widerstand nicht ausreicht bzw es unsere obrigkeit nicht interessiert,wenn sich über ne halbe million menschen zusammenfindet ,um gegen ihre tlw menschenverachtende politik (friedlich)zu demonstrieren,bedeutet das für mich nicht aufzugeben..da muss man halt lauter schrein…notfalls mit nem stein(..aber das nur hinter vorgehaltener hand..pssst)
March 10th, 2007 at 14:09
Lieber Atmoboi,
ziviler Ungehorsam ist das eine, Gewalt das andere. Über Hartz IV kann mal lange diskutieren und über die Parkzeit am Arbeitsamt auch, aber da regt sich bei mir als Steuerzahler auch der natürliche Menschverstand. Normalerweise müste das Arbeitsamt genügend Parkplätze vorrätig haben. Der Aldi gegenüber wird warscheinlich auch nicht erfreut sein, wenn die Besucher des Arbeitsamtes den Kundenparkplatz zuparken. Da gäbe es vieleicht rechtliche Möglichkeiten das Arbeitsamt zu verklagen